jap. Schwarzkiefer (pinus thunbergii)
Die Schwarzkiefer (Pinus thunbergii) ist in Japan weit verbreitet und kann bis zu 35 Meter hoch werden. Sie zeichnet sich durch eine extrem borkige, rotlich-schwarze Rinde aus. Die dicken, paarweise (zweinadlig) wachsenden Nadeln sind dunkelgrün und stehen praktisch senkrecht, was zusammen mit einem unregelmäßigen, waagerechten Astgewirr einen starken und charaktervollen Baum ergibt. Diese Kiefer wird seit Jahrhunderten nicht nur als Bonsai, sondern auch als Gartenbonsai in Parks und Gärten sehr geschätzt.
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Die Gestaltung einer Schwarzkiefer als Bonsai erfordert etwas mehr Geschick und Erfahrung als bei Laubgehölzen.
Standort: Schwarzkiefern sind äußerst lichthungrige Gehölze und benötigen auch im Winter einen hellen Standort. Um das Abstoßen von Nadeln oder das Absterben von Ästen aufgrund von Lichtmangel zu verhindern, sollten sie erhöht aufgestellt werden, um auch die unteren Äste ausreichend zu belichten. Stellen Sie den Bonsai mit ausreichendem Abstand zu Gebäuden, Mauern und anderen Bäumen auf, um eine gleichmäßige Lichteinstrahlung von allen Seiten zu gewährleisten. Obwohl winterhart, sollte die Schwarzkiefer vor Frost und kaltem Wind geschützt werden.
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Gestaltung/Stilarten: Alle Stilarten sind bei Schwarzkiefern möglich, insbesondere aber bizarre Formen wie der Literaten-Stil wirken besonders gut. Für Felsenbepflanzungen eignen sich auch Zwergformen wie die "Nishiki".
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Giessen: Während des Sommers sollte gegossen werden, wenn die Erde beginnt auszutrocknen, wobei Staunässe vermieden werden sollte. Schwarzkiefern vertragen kurze Trockenperioden gut. Wenn gegossen wird, sollte das Wasser gut abfließen können. Während des Nadelstreckens im Frühjahr wird weniger gegossen, um die Nadeln kürzer zu halten. Im Winter und Frühjahr sollte die Erde mäßig feucht gehalten werden.
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Düngen: Während des Austriebs wird nicht gedüngt. Um den Austrieb am alten Holz zu fördern und die nötige Nadeldichte zu erreichen, ist es wichtig, alle drei bis vier Wochen von Ende des Austriebs im Frühjahr bis Ende August mit Flüssigdünger zu düngen. Alternativ sind auch Langzeitdünger wie Biogold-Original praktisch, da sie über etwa drei Monate wirken.
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Schnitt: Um die Nadeln kurz zu halten, sollten Ende Juni alle überlangen Triebe bis auf etwa 1 Zentimeter zurückgeschnitten werden. An diesem Reststück bilden sich bald kleine Knospen, die meist im nächsten Jahr mit kürzeren Nadeln austreiben. Von September bis November sollten die Knospen mit einer Pinzette ausgedünnt werden, wobei gut platzierte und für die künftige Verzweigung interessante Knospen erhalten bleiben. Im März/April werden unerwünschte Knospen ausgezupft. Zusätzlich werden ab Mitte Oktober die Nadeln des Vorjahres entfernt und überzählige Zweige ausgelichtet, um einen stärkeren Lichteinfall zu ermöglichen.
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Drahten: Obwohl grundsätzlich das ganze Jahr über gedrahtet werden kann, ist die Ruheperiode im Herbst/Winter dafür ideal, da die Zweige dann ohne viel Harzaustritt oder Beeinträchtigung des Wachstums gebogen werden können. Aluminiumdraht wird bevorzugt verwendet, da er sich leicht entfernen lässt.
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Umtopfen: Alle zwei bis fünf Jahre von Februar bis Anfang Mai und von September bis Ende Oktober sollte die Schwarzkiefer umgetopft werden, wobei bis zur Hälfte der Wurzeln zurückgeschnitten werden kann. Sie bevorzugt eine nicht zu nährstoffreiche, aber wasserdurchlässige Erdmischung wie Akadama- oder Kiryuerde, gemischt mit etwas Bonsaierde. Auch hier ist es ratsam, etwas Pilzmycel vom alten Ballen beizugeben, um die Nährstoffaufnahme zu verbessern.
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Pflanzenschutz: Staunässe oder Pilzkrankheiten im Wurzelbereich können zu Wachstumsstörungen führen oder ganze Äste verdorren lassen. Beim Umtopfen sollte daher immer etwas des Myzels (weißes Pilzgeflecht) aus dem alten Ballen mit eingepflanzt werden, um die Gesundheit der Kiefer zu fördern. Gelbe Nadeln an dreijährigen Ästen sind normal und werden von der Kiefer abgestoßen. Werden jedoch die letztjährigen Nadeln gelb, könnte dies auf eine Pilzkrankheit wie die Föhrenschütte hinweisen.
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Überwinterung: Schwarzkiefern sind winterhart, sollten jedoch vor langanhaltenden Frostperioden geschützt werden, um einen Austrocknen des Wurzelballens zu vermeiden. Staunässe durch zu viel Regen sollte ebenfalls vermieden werden. Sie dürfen keinesfalls in dunklen oder warmen Räumen überwintern.
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Durch eine sorgfältige Pflege entsprechend dieser Anweisungen kann eine Schwarzkiefer als Bonsai zu einem eindrucksvollen und charaktervollen Baum heranwachsen
