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Gemeiner Wacholder (juniperus communis)

Der Gemeine Wacholder, auch bekannt als Juniperus communis, kommt sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Westasien vor. Es gibt große Bäume, die bis zu 6 Meter hoch werden können, sowie ausladende Sträucher mit einer Höhe und Breite von 4 bis 6 Metern. Charakteristisch sind die graugrünen Nadeln, die sehr stechen können, sowie die rötlichbraune Rinde. Die fleischigen, grünlichen Beeren, die später schwarz werden, sind nicht nur dekorativ, sondern auch für die Herstellung von Gin und Wacholderschnaps von Bedeutung.

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Standort: Der Gemeine Wacholder gedeiht am besten in voller Sonne. An halbschattigen oder schattigen Standorten neigen diese Pflanzen dazu, zu kümmern und anfällig für Schädlinge zu werden.

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Gestaltung/Stilarten: Für die Gestaltung von Gemeinen Wacholdern sind viele Stilarten geeignet, wie aufrecht, frei aufrecht, geneigt, Kaskade, Wälder, Doppel- und Mehrstämmig. Auch Jin und Shari Techniken passen gut zu dieser Baumart.

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Giessen: Der Gemeine Wacholder ist robust gegenüber verschiedenen Wasserqualitäten, sei es Regenwasser oder hartes Leitungswasser. Im Sommer sollte er reichlich gegossen werden, kurzfristige Trockenperioden verträgt er gut. Besonders im Sommer hat sich das Übersprühen bewährt. Im Winter sollte der Wacholder leicht feucht gehalten werden.

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Düngen: Vom Frühling bis Mitte September sollte alle zwei Wochen mit Bonsai-Flüssigdünger gedüngt werden, um das Wachstum zu fördern.

Schnitt: Der Schnitt der Äste erfolgt im Februar/März vor dem Austrieb. Sollte ein starker Ast entfernt werden müssen, wird empfohlen, diesen zunächst halbieren, damit der Baum sich auf den Verlust einstellen kann. Erst im folgenden Jahr sollte der Ast dann vollständig entfernt oder als Jin gestaltet werden. Die Neuaustriebe werden bei einer Länge von 2 bis 3 cm durch Auszupfen eingekürzt. Dieser Schnitt kann das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Um eine dichte Krone zu erhalten, müssen sehr dichte Kronen gelegentlich ausgelichtet werden, um ein Verkahlen im Inneren zu verhindern.

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Drahten: Der Gemeine Wacholder kann von Oktober bis März gedrahtet werden. Alternativ kann auch das Abspannen von dickeren Ästen für die Formgebung hilfreich sein. Wenn im Sommer gedrahtet wird, sollte der Baum einige Wochen zuvor gedüngt werden. Nach dem Drahten ist es wichtig, die gesamte Krone etwa 3 Wochen lang täglich zu überbrausen, um sicherzustellen, dass der Draht keine Spuren hinterlässt und die Form stabil bleibt.

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Umtopfen: Der Umtopfen kann entweder vor dem Austrieb im Frühling oder im September erfolgen. Der Gemeine Wacholder verträgt einen kräftigen Wurzelschnitt gut. Bis zum Alter von zehn Jahren sollte der Wacholder jährlich umgetopft werden, danach je nach Wurzelentwicklung etwa alle vier bis fünf Jahre. Als Substrat eignet sich Akadamaerde in guter Qualität oder eine luftige Erdmischung mit Bonsaierde und Bimskies (30 bis 40%), um Staunässe zu vermeiden.

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Wachstumsstörungen: Schlechte Standortbedingungen können dazu führen, dass das Laub (Nadeln) matt aussieht statt zu glänzen. Gemeine Wacholder benötigen viel Licht und einen luftigen Standort, sie fühlen sich nicht besonders wohl in Innenräumen. Ein Zweigsterben kann durch Pilzbefall verursacht werden, bei dem die Triebe schwarzblau oder stumpf graugrün werden und leicht abbrechen. In diesem Fall ist ein sofortiges Umtopfen in ein geeignetes, wasserdurchlässiges Substrat wichtig.

Pflanzenschutz: Gemeine Wacholder können gelegentlich von Schmier- oder Wollläusen befallen werden, auch rote Spinnen können zu einem unerwarteten Blattfall führen. Ein weiteres Risiko ist der Birnengitterrost.

Überwinterung: Obwohl der Gemeine Wacholder winterhart ist, benötigt er während der Winterruhe viel Licht. Um eine rot-bräunliche Nadelverfärbung zu vermeiden, ist es ratsam, ihn vor strengem Winterwetter zu schützen.

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Diese Pflegehinweise helfen dabei, einen gesunden und attraktiven Gemeinen Wacholder als Bonsai zu kultivieren.

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